Projektübersicht

Wenn die Brille nicht mehr ausreicht – Low Vision-Beratung vor Ort!

Kategorie: Erziehung & Bildung
Stichworte: Hochschule Aalen, SBBA, low-vision-projekt
Finanzierungs­zeitraum: 02.10.2020 09:14 Uhr - 01.01.2021 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: ab Oktober 2020

Worum geht es in diesem Projekt?

Low Vision heißt übersetzt geringeres/schlechteres Sehen.

Vielleicht haben Sie schon mal selbst oder von einem Bekannten die Worte gehört: „Ich habe eine Maculadegeneration – da kann man nichts mehr machen!“

Bei der Maculadegeneration lässt, meist altersbedingt, die Funktion der Netzhaut nach und man bekommt Probleme beim Scharfsehen in der Ferne (Autofahren) oder auch beim Lesen von Kleingedrucktem. Oftmals fällt auch das Erkennen von Gesichtern oder Farben zunehmend schwer.

Eine Operation, wie z.B. beim grauen Star bringt keine Besserung, auch andere Brillenstärken nützen nichts. Bei einigen Formen kann das Einspritzen eines Medikaments in den Glaskörperraum des Auges helfen.

Die Maculadegeneration nur eine von vielen Erkrankungen, die eine Verschlechterung des Sehens verursacht.

Low Vision-Beratung setzt da an, wo der Weg durch den Verlust des Sehens zu Ende scheint.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Wir wollen sowohl unseren Studierenden der Hochschule Aalen (Studiengang Augenoptik/Optometrie) eine praxisnahe Low Vision-Ausbildung anbieten als auch den betroffenen Patienten Wege aufzeigen, trotz Seheinschränkung ein selbstständiges Leben zu führen.

Wir werden mit den Betroffenen Hilfsmittel austesten, die von der einfachen Lupe bis zum komplexen elektronischen Bildschirmlesegerät reichen können und sie individuell für die Bewältigung ihres Alltages beraten – von der Kontaktaufnahme zu Hörbüchereien bis zur Unterstützung bei der Beantragung von Schwerbehindertenausweisen.

Dafür benötigen wir eine elektronische Patientendokumentation, die die Daten der Patienten sicher erfasst und dabei gleichzeitig selbsterklärend ist, da wechselnde Benutzer (Studenten) damit arbeiten.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Da die Bevölkerung immer älter wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie oder ein Familienmitglied eine Augenerkrankung „er-leben“ und eine Low Vision-Beratung brauchen. Fast jeder zweite der über 80jährigen wird künftig von einer Maculaerkrankung betroffen sein!

Die bisherigen Beratungsstellen befinden sich überwiegend in großen Augenkliniken oder bei wenigen spezialisierten Optikern, die für die ohnehin eingeschränkten Patienten oft wegen der aufwendigen Anfahrt nicht erreichbar sind.

Um diese Hürde zu nehmen, möchten wir eine Low Vision-Beratung hier vor Ort in Aalen anbieten und langfristig durch die Ausbildung der Studenten eine flächendeckende Versorgung auch für die Zukunft sicherstellen: Unsere Augenoptik-Studierenden werden Ihre augenoptischen Ansprechpartner vor Ort in den kommenden Jahrzehnten sein!

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

In erster Linie werden die Gelder in die Low Vision-Beratung und in die Anschaffung für passende Soft- und Hardware (Tablets) fließen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Prof. Dr. med. Ulrich Schiefer, Augenarzt, Leiter des Kompetenzzentrums „Vision Research“ und des Studiengangs Augenoptik/Optometrie an der Fachhochschule Aalen, sowie Oberarzt an dem Department für Augenheilkunde der Universität Tübingen

Frau Kerstin Hornig, Orthoptistin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung und Beratung von Low Vision-Patienten, die zusätzlich fundierte Erfahrungen mit der Konfigurierung von Softwaresystemen

Ebenso konnten wir bereits viele Hilfsmittelhersteller gewinnen, die uns zur Testung der Betroffenen optische sowie elektronische Hilfsmittel leihweise zur Verfügung gestellt haben.